5 Sterne

Lost Boy

Huhu ihr Lieben!

Habt ihr euch eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob all die Märchen, Legend und Sagen wirklich so sind wie sie scheinen? Schließlich wird Geschichte bekanntlich von den Gewinnern geschrieben. Was würde nun passieren, wenn man den Glanz und den Feenstaub von einem Märchen pustet und noch einmal genau hinsieht? Christina Henry beantwortet diese Frage meisterhaft in ihrem Buch „Lost Boy“.

Kommt mit mir nach Neverland und seht selbst was ein bisschen Feenstaub alles bewirken kann.

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Titel: Lost Boy
Autor: Christina Henry
Seitenzahl: 318
Herausgeber: TitanBooks
Erscheinugsdatum: 03.07.2017
Preis: 7,99£

Cover

Für dieses Buch hat mir das Cover gut gefallen, da es super zum Inhalt passt und  wirklich schön dargestellt ist. Mir gefällt besonders wie die Farben zusammenspielen und genutzt werden um zwei Bilder zu überlagern.

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Auch wirken die Bäume im Hintergrund eher schaurig mit ihren Ästen, die nach dem Jungen auf dem Cover zu greifen scheinen. Eine gute Einstimmung auf das was noch kommen wird.

Inhalt

There is one version of my story that everyone knows. And then there is the truth. Once I loved a boy called Peter Pan.

Peter brought me to his island because there were no rules and no grownups to make us mind. He brought boys from the Other Place to join in the fun, but Peter’s idea of fun is sharper than a pirate’s sword. He wants always to be that shining sun that we all revolve around. He’ll do anything to be that sun. Peter promised we would all be young and happy forever. Peter will say I’m a villain, that I wronged him, that I never was his friend.

Peter lies.

Review

Auch in „Lost Boy“ gibt es eine Karte, um sich besser orientieren zu können. Größtenteils stimmt sie auch mit dem überein, was ich von Neverland noch in Erinnerung habe. Die Meerjungfrauenbucht, die Piratenbucht, der Baum in dem die verlorenen Jungs leben, alles ist da.

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Was allerdings auch da ist, sind die Monster, die von den Jungs „Many Eyed“ genannt werden. So weit ich das verstanden habe, sind das große, eklige, menschenfressende Spinnen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber die hat Disney uns definitiv verschwiegen.

Bevor ich jetzt aber mit dem Review einsteige, möchte ich vorweg einmal sagen, dass ich mich in das Buch verliebt habe. Zuerst nur in die Idee und dann in den ganzen Rest. Dementsprechend wird dieses Review ein wenig einseitiger ausfallen als normal, da ich nichts zu beanstanden habe 🙂

Zunächst einmal zu der Idee: Peter Pan als Monster. Bisher ist mir noch kein Autor begegnet, der sich Märchen angesehen und gesagt hat: Daraus mache ich etwas verdrehtes, gruseliges. Christina Henry hat den Versuch gewagt und ist damit auf voller Linie erfolgreich gewesen. Dabei hat sie Peter Pan nicht einfach genommen und ihm einen komplett neuen Charakter zugeschrieben, ganz im Gegenteil. Christina Henry nimmt was Disney uns gegeben hat und verdreht es über den Verlauf des Buches so, dass man sich am Ende fragt wie man Peter Pan jemals gemocht haben kann. Er ist noch immer verspielt, aber auf eine selbstbezogene Art und Weise, die es anderen erlaubt nur als Statisten teilzunehmen. Peter Pan möchte der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sein und wenn er das nicht ist, dann sorgt er dafür dass er es ist. Egal wie. Die Jungen, die er mit sich nach Neverland nimmt interessieren ihn nur so lange, wie sie ihm Bestätigung geben und bedingungslos gehorchen. Alle, bis auf einen.

Jamie ist von allen am längsten auf Neverland. Er ist der beste Kämpfer, Peter Pans unbestrittener Günstling und auf verdrehte Weise der Vater der Jungs. Ohne ihn wüssten sie nicht wie man sich aus Tierfellen Kleidung macht, Essen zubereitet oder gegen Piraten kämpft. Um all diese Dinge kümmert Peter sich nicht, Jamie schon. Es trifft ihn jedes Mal tief, wenn wieder einer der Jungen stirbt, während Peter sich darum nicht im mindesten scherrt. Für Jamie ist der Gedanke daran, allein einen weiteren Jungen zu verlieren, zu viel. Dabei ist er jedoch ganz und gar nicht der Held in schimmernder Rüstung. Er hat jahrhunderte an Peters Seite verbracht und das merkt man ihm auch an. In seinem Inneren ist er auf seine Weise verdreht und grausam, aber man kann nicht anders, als mit ihm mitzufühlen.

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Die Handlung steigt eher langsam ein, um die Charaktere kennen zu lernen und ein Gefühl für sie zu bekommen. Bereits da scheint Peter ein wenig seltsam und anders. Aber Jamie vertraut ihm noch und so habe auch ich das Gefühl von Unbehagen erst einmal nach hinten gestellt. Sehr schnell wird jedoch klar das Peter nicht ganz das ist, was er vorgibt zu sein und das Neverland nicht das Paradies ist, als das er es verkaufen möchte. Obwohl die „Many Eyed“ immer wieder einige der Jungen töten, verbietet Peter sich an ihnen zu rächen. Im Verlauf der Handlung kommt Jamie jedoch in eine Situation, in der er nicht anders kann, um sich und die Jungs zu retten. Vor Aufregung gibt Peter Preis, dass es einen Vertrag zwischen ihm und den „Many Eyed“ gibt. Jamie und die restlichen Jungs können sich ziemlich schnell zusammenreimen worin dieser Vertrag besteht.

Von da an nimmt die Handlung stark an Tempo zu und man wird geradezu mitgerissen, sodass es mir unmöglich war das Buch aus der Hand zu legen, bevor ich es beendet hatte. Peter zeigt immer mehr seine verstörend verdrehten Ansichten und macht keinen Hehl mehr daraus, was ihm über allem am wichtigsten ist: Jamie als sein Eigentum zu behalten. Aber Jamie ist längst nicht mehr der kleine Junge, den Peter nach Neverland entführt hat, denn er beginnt erwachsen zu werden.

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Für mich war das Buch „Lost Boy“ von vorne bis hinten mit Spannung gefüllt. Auch der Schreibstil der Autorin war unglaublich angenehm und flüssig zu lesen, sodass ich geradezu über die Seiten geflogen bin. Von mir bekommt es auf jeden Fall fünf Sterne, denn wie bereits erwähnt, bin ich einfach nur verliebt 🙂

Zum Abschluss wie immer mein Lieblingszitat:

It made me sad then, terribly sad, that this tiny boy was already so inured to death that he knew what came after.

Liebe Grüße

Lee.

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2 Kommentare zu „Lost Boy

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