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Frankfurter Buchmesse 2017 – Eine Tragödie in fünf Akten

Huhu ihr Lieben!

Ein paar Tage nach meinem sehr enttäuschenden Besuch bei der Frankfurter Buchmesse kommt nun auch ein Blogpost dazu. Wie viele wahrscheinlich schon mitbekommen haben, ist die diesjährige Buchmesse nicht gerade in die positiven Schlagzeilen gekommen. Auch ich habe dieses Jahr leider überwiegend schlechte Erfahrungen gemacht und bin dementsprechend wenig begeistert.

Ich freue mich wirklich für jeden der auch dieses Jahr wieder eine schöne Buchmesse hatte und bitte um ein wenig Nachsicht, solltet ihr euch mit meinem Post so gar nicht identifizieren können 🙂

Akt 1 – Der Weg ist das Ziel

Aber am besten fängt man ja bekanntlich am Anfang an. Und der lag in dieser Tragödie in der schönen Pfalz um sieben Uhr morgens. Nora von Geschichtenfänger und zwei weitere Freunde hatten sich, mit mir am Steuer, pünktlich auf den Weg zur Buchmesse gemacht. Ein bisschen zu pünktlich, denn wir waren schon um 8 Uhr in Frankfurt und nur 10 Minuten später sicher im Parkhaus angekommen. Da wir da schon ganz andere Horrorgeschichten gehört hatten, waren wir jedoch nicht allzu traurig darüber.

Als wir dann endlich die Buchmesse betreten durften, warendie Gänge noch wundervoll leer. Man konnte sogar wieder umdrehen und in die gleiche Richtung zurück laufen, wenn man denn wollte. Nicht einmal zwei Stunden später sah die Sache da schon ganz anders aus.

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Wir waren uns schnell einig, dass die Messe noch nie so voll wie dieses Jahr war. Nichtsdestotrotz war es uns gelungen ein paar coole Dinge zu fotografieren, bevor alles mit Menschen überschwemmt war.

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Akt 2 – Die Ruhe vor dem Sturm

Auch unser einstimmiges Messehighlight hatten wir schon sehr früh am Tag gehabt: das Lesezeichen von Thalia. Wir hatten Glück und waren früh genug, um nicht lange warten zu müssen.

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Wer von euch hat denn noch so ein tolles Andenken anfertigen können?

Auch eine sehr witzige Idee hatte der Stand von arsEdition. Hier konnte man mit den 3D-Masken von Game of Thrones ein Foto machen. Ich will gar nicht wissen welcher arme Azubi die ganzen Masken anfertigen durfte. Das stelle ich mir gar nicht so einfach vor, besonders da teilweise sehr viel Tesa involviert war 🙂 Auf jeden Fall ist ein schönes Bild mit Steffi herausgekommen.

Mein persönlicher Lieblingsstand dieses Jahr war jedoch der Oetingerverlag. Dort gefiel mir besonders die Werbeidee für das Buch „Hörst du wie die Bäume sprechen?“ von Peter Wohlleben. Nicht nur das der Bereich des Buches sehr süß mit unechten Bäumen und Vogelhäusern aufgemacht war, die Vogelhäuser waren auch noch Fühlkästen.

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Wer mutig genug war konnte darin Gegenstände rund um den Wald ertasten 🙂

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Habt ihr euch getraut?

Ab 13:30 waren wir dann noch auf dem Bloggertreffen von Amazon. Wie bereits in Leipzig, gab es Brezeln und Caprisonne als Stärkung.

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Ich muss ja ehrlich zugeben, damit bekommt man mich jedes Mal aufs neue. Die Idee ist wirklich süß und durch die kleine Stärkung kann man sich gleich viel besser auf die tollen Autoren konzentrieren, die vorgestellt werden.

Wie gewohnt wurden Autoren aus unterschiedlichen Abteilungen von amazonPublishing vorgestellt. Dieses Jahr sprang mir besonders ein Buch der Abteilung EditionM, welche sich mit Krimis und Thrillern befasst, von Dirk Trost ins Auge. Sein neuester Krimi „Neuntöter für Greetsiel“ hört sich interessant und spannend an, ist jedoch eine Fortsetzung.

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Außerdem gibt es wie jedes Mal die Möglichkeit bis zum 01.12.2017 an der Amazon Blogger Challenge teilzunehmen. Dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen auch mit zu machen.

Akt 3 – Der verschwundene Autor

Nun bewegen wir uns leider schon auf den Höhepunkt der Tragödie zu. Das war uns jedoch noch nicht bewusst und so schmiedeten wir fröhlich und naiv weiter unsere Pläne. Diese sahen einen Besuch beim Heyneverlag vor, um ein Foto von Nicholas Sparks für Nora zu erhaschen.

Gesagt getan. Hoch motiviert kämpften wir uns an den Stand durch und waren tatsächlich 10 Minuten zu früh. Selbstverständlich waren wir nicht die einzigen und so wurde es bald sehr kuschelig. Da sich meine Standfestigkeit in Grenzen hielt, habe ich mich sehr bald hingesetzt. Zum Glück! Denn auch nach zwanzig Minuten war der liebe Herr Sparks nicht da.

Letztendlich musste der Verlag bekanntgeben, dass es eine Terminüberschneidung gab und das Nicholas Sparks aus diesem Grund nicht zu seinem Termin erscheinen wird. Ein bisschen verschämt wurden wir auf seine Signierstunde vertröstet. Aber das ist schon wieder ein Akt für sich.

Akt 4 – Die Signierstunden des Grauens

Willkommen zum Höhepunkt dieser Tragödie. Vielleicht ein etwas gewagter Titel, aber um ehrlich zu sein sind sie mir selbst jetzt, vier Tage später, noch so in Erinnerung. Dabei spreche ich nicht nur von einer Signierstunde, sondern gleich von zwei. Dieses Jahr hatte die Frankfurter Buchmesse die große Ehre gleich zwei sehr bekannte Autoren zu beherbergen: Cassandra Clare und Nicholas Sparks.

Man sollte meinen, dass großer Andrang da offensichtlich ist. Nicht für die Organisatoren der Frankfurter Buchmesse! Man hatte fast den Eindruck, dass sie vorher noch nie eine Signierstunde organisiert haben. Was ich doch stark anzweifle.

Aber beginnen wir auch hier von vorne: Zunächst einmal war gar nicht ersichtlich welche Schlange nun zu Nicholas Sparks und welche zu Cassandra Clare gehört. Es stellte sich einfach jeder an diese eine ewig lange Schlange, da zum Fragen niemand anwesend war. Nach einigem hin und her bin ich dann noch einmal los gestiefelt und habe mir das ganze Areal noch einmal genauer angesehen und siehe da! Cassandra Clare hatte tatsächlich eine eigene Schlange. Nachdem wir also schnell die Schlangen gewechselt hatten hieß es nur noch zu warten. Schön und gut.

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Während wir also auf Cassandra Clare warteten, erreichte uns die Nachricht, dass Nicholas Sparks nicht nur seine Lesung im OpenAirZelt gekürzt hatte, sondern auch bereits nach zwanzig Minuten signieren einfach verschwunden war. Verständlicherweise waren die Leute in der Warteschlange darüber etwas irritiert. Vor allem weil ihnen niemand gesagt hatte, dass Nicholas Sparks schon vor fünf Minuten verschwunden war.

Davon wollten wir uns jedoch nicht entmutigen lassen, immerhin wird sowas wohl kaum noch einmal passieren, richtig? Schön wär’s. Die Schlange für Cassandra Clare war inzwischen so lang, dass das Ende nicht mehr auszumachen war und noch immer war keine Security, keine Organisation, eigentlich gar nichts, in Sicht. Immer noch nicht entmutigt warteten wir trotzdem weiter und wurden letztendlich auch damit belohnt das sich die Schlange vorwärts bewegte. Endlich!

Ganze 5 Meter haben wir es geschafft. Das Zelt konnte man sogar schon sehen, doch dann ging gar nichts mehr. Über eine halbe Stunde lang.

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Verwirrt machten sich die ersten auf, um herauszufinden was los war und kamen mit unverschämten Neuigkeiten: Es gab zwei Schlangen! Offensichtlich hatten ein paar glorreiche Menschen entschieden, dass die Schlange einfach zu lang sei und daraufhin ihre eigene gebildet. Hinzu kam, dass sich einfach jeder vorne dazwischen gedrängelt hat. An dieser Stelle also ein großes Dankeschön an jeden der unbedingt den Unsozialen heraushängen lassen musste. Wir haben drei Stunden in der prallen Sonne gestanden, andere bis zu 6 Stunden, und dank euch sind fast alle in der richtigen Schlange ohne Autogramm nach Hause gegangen. Ein hoch auf alle Ich-Menschen.

Ich entschuldige mich an dieser Stelle für meine harschen Worte, aber das was dort abging, war absolut unter aller Sau. Nicht nur von den Organisatoren sondern insbesondere auch von den Dränglern.

Nachdem ich die Sache mit den zwei Schlangen erfahren hatte, ging ich auf eine Odysee, um die richtige Anlaufstelle zu finden um mich zu beschweren. Nach zwanzig Minuten und mehreren: „Nicht meine Aufgabe“, hatte ich es tatsächlich bis zur Messeleitung geschafft und mein Anliegen vorgetragen. Dort war man immerhin ziemlich entsetzt über die Zustände und versprach mir sofort Security zu schicken, was im Endeffekt jedoch nichs half. Kaum war ich wieder unten wurde mir mitgeteilt, dass die Signierstunde wegen Sicherheitsrisiko und anderen Termin abgebrochen wurde.

Eine riesige Enttäuschung.

Akt 5 – Meinungsfreiheit für alle!

Nachdem wir uns dann sehr missgelaunt auf den Nachhauseweg gemacht haben, erreichen uns weitere Schreckensnachrichten: Der rechten Partei AfD war auf der Buchmesse eine Plattform geboten worden.

Ich sehe ein, dass die freie Meinung für alle gilt und das somit jeder sagen kann was er möchte. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass man einer Partei mit menschenverachtenden Idealen keine Plattform geben muss, wenn man es vermeiden kann. Entscheidet man sich doch dazu, dann sollte man sich dafür besser sehr gut vorbereiten. Das haben wohl auch die Organisatoren zu spüren bekommen, denn in diesem Fall war das genaue Gegenteil der Fall.

Mit Protesten muss man einfach rechnen, wenn man sogar dazu aufruft den rechten Verlag Antaios zu boykottieren. Stattdessen war auch hier Chaos das Thema: Gerangel, Schlägerein, überforderte Polizisten.

Der Vorhang fällt

Alles in allem muss ich ehrlich sagen, dass mir dieser Messebesuch noch sehr lange als der wohl schlimmste in Erinnerung bleiben wird. Ich habe bisher immer viel Spaß auf der Frankfurter Buchmesse gehabt, aber dieses Jahr war wirklich eine Nummer für sich.

Ich hoffe wirklich, dass die meisten von euch ein schöneres Erlebnis hatten 🙂

Schreibt mir doch wie es bei euch so war.

Liebe Grüße

Lee.

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9 Kommentare zu „Frankfurter Buchmesse 2017 – Eine Tragödie in fünf Akten

    1. Huhu,
      jaa dieses Mal war es leider echt eine Katastrophe.
      Auf die LBM freue ihc mich auch schon wieder. Da habe ich zwar eine längere Anfahrtszeit, aber dafür ist sie auch immer sehr süß und schön 🙂
      Vielleicht sieht man sich ja.
      Liebe Grüße
      Lee.

      Gefällt 1 Person

  1. Ach Mensch, das tut mir irgendwie richtig leid, dass es für Dich nicht so toll war. Bisher hab ich eigentlich nur Positives gelesen (abgesehen von dem AfD-Zeugs), da find ich es umso trauriger, dass Dein Ausflug nicht so schön war.
    Jetzt muss ich aber auch doof fragen, was denn die Amazon Blogger Challenge ist?
    Nein, ich bin überhaupt nicht neugierig 😀
    LG
    Grit
    PS: Das Thalia-Lesezeichen ist echt toll ❤ ❤ ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu,
      ja ich fands auch mega schade, weil ich ja die Jahre davor nur gute Erfahrungen mit der Buchmesse gemacht hatte.
      Die Amazon Blogger Challenge dreht sich um aktuelle Bücher die unter Amazon Publishing veröffentlicht wurden. Wer bis zum 01.12. eine Rezension auf seinem Blog über eines der Bücher veröffentlicht und unter dem Hashtag #AmazonPublishing auf Social Media Seiten verbreitet, kann etwas gewinnen.
      Ich hoffe das hat geholfen 🙂 Ich erkläre manchmal etwas konfus.
      Liebe Grüße
      Lee.

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  2. Hallöchen!
    Oh, das ist aber gar nicht schön. Ich war noch nie auf so einer Buchmesse, aber natürlich ist es der Traum eines jeden Bücherwurms, mal eine zu besuchen. Da ist es besonders schade, wenn man dann nur Ärger und Enttäuschung erlebt. Ich hoffe, du kannst dich von dem Erlebten gut erholen. Die nächste Buchmesse wird bestimmt besser. 🙂
    LG, m

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu,
      Jaa leider war es eine sehr unerfreuliche Buchmesse. Aber ich lasse mich davon (noch) nicht unterkriegen. Das nächste mal wird bestimmt wieder besser. Ansonsten gibt es ja noch Leipzig 🙂
      Liebe Grüße
      Lee.

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